Nach 850 wird unser Ort nach Gunthar von Köln benannt

„Et Guntharisdorp“ in der Urkunde von 898 (Quelle s.u.)
Gunthar, Erzbischof von Köln ab 850, war der Namensgeber Junkersdorfs. Unser Ort hieß zuerst „Guntherisdorp“, also Gunthars Dorf“. Der Ortsname veränderte sich durch die Jahrhunderte zunächst nur unwesentlich. Erst unter französischer Verwaltung taucht „Junckersdorff“ auf, der Name wird fälschlich umgedeutet.
[mehr dazu: Von Gunterisdorp zu Köln-Junkersdorf]
Gunthar war in einer kirchlichen und weltlichen Spitzenposition. Er war ein bedeutender Politiker seiner Zeit. Zu seiner Amtszeit entstand der alte Dom, der aber später nicht nach ihm, sondern nach Hildebold benannt wurde. Wenn auch der heutige Ortsname den Bezug zu Gunthar verwischt, gibt es immerhin noch den Guntharplatz inmitten Junkersdorfs der an ihn erinnert. Über Gunthars hochspannenden Lebenslauf in der Zeit der Karolinger gibt es viel Fesselndes rund um Könige und Päpste zu berichten.
[mehr dazu: Gunthar von Köln – Namensgeber Junkersdorfs]
Erste urkundliche Erwähnung von Junkersdorf im Jahre 898

Im Jahre 898 trat Junkersdorf durch die erste schriftliche überlieferte Erwähnung in das helle Licht der Geschichte. Es handelt sich um ein königliches Dokument, eine Schenkungsurkunde von Zwentibold, König von Lothringen. Dieser schenkte am 4. Juni 898 (zu Pfingsten), auf die Bitten seiner Frau Oda und seines Schwiegervaters Otto des Erlauchten von Sachsen Grundbesitz u.a. in „Guntherisdorp“ an das Damenstift im heutigen Essen. Wir können daher in 2023 „1125 Jahre Junkersdorf“ feiern. Bisher hatten wir Junkersdorfer die erste urkundliche Erwähnung von Junkersdorf irrtümlich auf den 25. Dezember 962 datiert. Da hatte Erzbischof Bruno I. von Köln dem Stift von St. Cäcilia Grundbesitz u.a. in „Gunterestorp“ vermacht.
[mehr dazu: 1125 Jahre Guntherisdorp]
Das Junkersdorfer Schöffensiegel von 1489

Stadt mit K = Köln! Dorf mit T = Junkersdorf! T wie Tünnes, denn das T-förmige Taukreuz der Antoniter wurde zum Symbol für Junkersdorf etwa im Gemeindewappen der ehemaligen Gemeinde Lövenich. Spätestens mit dem 10. März 1425, als die Antoniter den damals Sterrenhof genannten Statthalterhof kauften, begründeten diese eine rund vier Jahrhunderte währende Herrschaft über die „Herrlichkeit Junkersdorf“. Nach den Antonitern hieß der Hof dann auch lange Tönneshof. Er war Sitz des örtlichen Schöffengerichtes. Davon zeugt das abgebildete Schöffensiegel an einer Urkunde vom 9. Februar 1489. Es zeigt u.a. das Junkersdorfer T und die Heiligen Antonius und Gereon. Das Schöffensigel wurde Teil des Logos der Dorfgemeinschaft Junkersdorf.
[mehr dazu: Dorf mit T ]
